Ärgernisse

Von Björn Reinfried ‒ 6. November 2025

Zugegeben, es ist ärgerlich, wenn die eigene Region nur ­ungenügend oder gar nicht an den öffentlichen Verkehr angebunden ist. Alles kostet Geld, frisst Zeit und wird teurer – ob das ÖV-Abo, mit dem man im überfüllten Bus und Zug sitzt, oder das Auto, das auch im Stau ­teuren Treibstoff wegschluckt. Doch, obschon ärgerlich und nervenaufreibend – wir haben das Glück, dass hier Busse fahren und Gleise stehen. Anderswo auf der Welt sind die Gleise zerstört und die Busse stehen ausgebrannt in den Trümmern einer Stadt. Was uns unterscheidet? Etwa drei Flugstunden und das Glück oder Pech der globalen Politik. Sich dessen bewusst zu sein, schadet nicht, wenn man wieder einmal im Stau steht oder sich in die überfüllte S-Bahn quetscht. Trotzdem: Wir dürfen uns freuen über den ersten Sieg unserer Fussballmannschaft, über neue Musik aus dem Dorf, über abendliche Sonnenstrahlen trotz eines verregneten Tages oder über das warme Licht hunderter Räbeliechtli, die an den See getragen werden. Wie schnell sich der Wind auf der Welt drehen kann, haben auch die Schweiz und Europa in ihrer Geschichte schliesslich schon oft genug erlebt.

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