Aufklärungsstunde im Ref. Kirchgemeindehaus

Von Dörte Welti ‒ 18. Dezember 2025

Am vergangenen Sonntag lud die unabhängige Küsnachter Gruppe «Runder Tisch Demokratie» zu einer Matinee. Gastredner: Roger de Weck, Journalist.

Zufrieden mit dem Anlass: Gastgeber Jakob Weiss, l., einer der drei Gründer von «Runder Tisch Demokratie», und Gastredner Roger de Weck. (Bild: dwe)
Zufrieden mit dem Anlass: Gastgeber Jakob Weiss, l., einer der drei Gründer von «Runder Tisch Demokratie», und Gastredner Roger de Weck. (Bild: dwe)

Die Gastgeber haben es sich mit der Gründung ihrer Gruppe «Runder Tisch Demokratie» unter anderem zum Ziel gesetzt, Vorträge für die breite Öffentlichkeit anzubieten, die jeweils als Kernthema Demokratie beinhalten. Mit Roger de Weck, 72, hatte man einen versierten Redner eingeladen, der als Journalist und Publizist das Thema bereits mehrfach in Zeitungsartikeln und Büchern behandelt hat. Gut hundert Zuhörerinnen und Zuhörer waren in den grossen Saal im reformierten Kirchgemeindehaus gekommen und erhielten eine Schnellbleiche in der Geschichte der Demokratie nicht nur in der Schweiz, sondern auch ganz generell. Gespickt mit vielen authentischen Erlebnissen aus seiner Zeit als Reporter, der auch aus Krisengebieten berichtete, versorgte de Weck die Anwesenden mit Beispielen, wie Staaten agieren, in denen Demokratie nicht vorhanden ist.

Bekenntnis zu Europa

Roger de Weck brach eine Lanze für die Schweiz, die seiner Auffassung nach im historischen Kontext langsam gelernt habe, wie gelebte Demokratie aussieht, und hob ein spezifisches Gut hervor: die Meinungsbildung. Streit und Debatte seien die grossen Qualitäten der Demokratie. Sein Schlussbouquet gestaltete der Eloquente mahnend, indem er ein apokalyptisches Bild von einer Zukunft zeichnete, in der die drei derzeit totalitär agierenden Kräfte – damit meinte er die USA, Russland und China – die Schweiz zum Spielball werden lassen. Und manifestierte, dass er Europäer sei. Für seine Ausführungen, die neutral betrachtet nicht arm an die Politik kritisierenden Untertönen waren, verzichtete er auf jedwede Notiz, tosender Applaus war der Lohn. In der anschliessenden Diskussionsrunde beantwortete er geduldig Fragen aus dem Publikum. Nur eine davon überforderte ihn nach eigenen Worten komplett: Wie werde ich mutig? Eine Eigenschaft, an der wohl jeder selbst und ständig arbeiten sollte.

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