Der Unterhaltsdienst der Gemeinde Küsnacht hält 30 öffentliche Brunnen instand, reinigt sie und prüft die Wasserqualität regelmässig. Weitere Brunnen gehören Privaten, Kirchen und Schulen.
Der Seminarbrunnen im Hof der Kantonsschule pläschert seit 1781. Seit 244 Jahren ist er eine dekorative Wasserquelle. (Bild: cef)
Sie sind aus dem Dorfbild nicht wegzudenken. Sie prägen es und tragen zur Lebensqualität bei, als Zeugen des einstigen dörflichen Lebens und Charakters der jahrhundertealten Gemeinde. Traditionsgemäss legt die Gemeinde grossen Wert auf die Pflege ihrer Brunnen als historische und kulturelle Elemente.
Von den einstigen Brunnen- oder Wasserkorporationen bestand in Küsnacht bis in die 1990er Jahre nur noch die 1899 gegründete Brunnengenossenschaft Limberg. «Anfangs 2000 waren es nur noch fünf, die aktiv mitwirkten», erzählt Kaspar Freitag, ehemaliger Genossenschafter. Ein Kubikmeter Wasser habe damals 1 Franken 20 Rappen gekostet; die Genossenschafter hätten jedoch 200 Kubikmeter pro Jahr gratis bekommen. «Mangels Genossenschafter, aus Kostengründen, wegen des Baus neuer Strassen, neuer Kanalisationen und Wasserleitungen wurde sie aufgelöst.» Auch die Vorschriften für Entkeimungsanlagen im Reservoir seien zu anspruchsvoll geworden und waren nicht mehr finanzierbar. Das Reservoir Schibler steht zwar heute noch, werde jedoch als Weinkeller genutzt.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden die hölzernen Wasserleitungen – sogenannte «Tüchel», zwei Meter lange, längs durchbohrte Föhrenstücke – durch eiserne Röhren ersetzt. Brunnen mit guter Wasserqualität wurden von der Wasserversorgung einverleibt, die schlechten meist in die Bäche geleitet. Diese fortschrittlichen Gemeinschaftswerke entstanden um die Jahrhundertwende: 1890 die Quellwasserversorgung Küsnacht Dorf, 1896 die Wasserversorgungen Goldbach und Heslibach und 1909 die Wasserversorgung an der Schiedhalde. Der Bau dieser zentralen Wasserversorgungen ermöglichte es, die Zahl der Brunnen zu erhöhen und damit dem Bedürfnis der wachsenden Bevölkerung entgegenzukommen. Als die Wasserzulieferleitungen in die Häuser mit jeder neuen Strasse möglich wurden und den täglichen Gang zum Brunnen überflüssig machten, verloren die öffentlichen Brunnen zunehmend an Bedeutung. Wird heute ein neuer Brunnen erstellt, dient er in erster Linie dem künstlerischen Schmuck oder auf Spielplätzen den Kindern als heiteres Sinneserlebnis.
Wasserqualität überwachen
Die Brunnen werden regelmässig mit Bürsten gereinigt und im Herbst zusätzlich mit dem Hochdruckreiniger. In Küsnacht bleiben sie je nach Wetter und Temperaturen bis Anfang November in Betrieb und werden dann bis Ostern abgestellt. Der Grund ist nicht der Frost, sondern weniger Unterhaltsarbeiten. Die gemeindeeigenen Brunnen verbrauchen rund 37 000 Kubikmeter Wasser im Jahr. Auch die Kosten für das Wasser, das vom Seewasserwerk Küsnacht – Erlenbach produziert wird, fallen so tiefer aus. Ausnahmen sind vier Brunnen, verteilt in der Gemeinde. Diese bleiben zur Qualitätsüberprüfung des Wassers ganzjährlich in Betrieb und werden lediglich bei sehr kalten Temperaturen abgestellt, was in den letzten Jahren nie vorgekommen ist. Die kantonale Abteilung Gewässerschutz des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) schreibt eine regelmässige Kontrolle vor. Das öffentlich zugängliche Trinkwasser wird seit vielen Jahren überprüft. Im Laufe des Jahres führen die Werke am Zürichsee AG monatliche Kontrollen durch, einmal jährlich nimmt das kantonale Labor zusätzlich eine detaillierte Wasseranalyse vor. Da das Wasser heute als Lebensmittel deklariert ist, werden auch die Werke am Zürichsee als Produzenten überwacht.
Doppelte Kontrolle
«Das Wasser wird in Küsnacht und Erlenbach meist aus dem See bezogen, was eine strikte Kontrolle unumgänglich macht», erklärt Andreas Heusser von den Werken am Zürichsee auf Anfrage. Die Produzenten sind dafür zuständig, die Leitungen anzuschliessen und das Wasser ein- und auszuschalten. Damit eine aussagekräftige Statistik über die Qualität des Wassers erstellt werden kann, werden die Messungen immer an den gleichen Brunnen durchgeführt. Private Eigentümer von Quellen, die es in allen Gemeinden gibt, werden von den Werken am Zürichsee nur beratend unterstützt. Sanierungen oder Neugestaltungen von Brunnen und Quellfassungen auf Privatgrund liegen jedoch in der Verantwortung der Eigentümerschaft und werden nicht auf Gemeindekosten durchgeführt.
Wer mehr über die Qualität unseres Trinkwassers wissen will, findet Informationen unter
www.trinkwasser.ch