Von Björn Reinfried ‒ 22. Januar 2026

Es gibt Menschen, die überdenken Konzepte und Ideen tagelang, ohne einen Schritt weiterzukommen. Und dann gibt es solche Menschen wie Bruno Peter. Jene, die die Ärmel hochkrempeln, anpacken und einfach mal machen. Der 64-jährige Küsnachter engagiert sich seit mehr als 40 Jahren in der Gemeinde. Er ist unter anderem Gründer des Saloons an der Chilbi, Organisator des SCK-Grümpelturniers, Grillmeister beim Eishockeyclub GCK Lions und Mitinitiant der Country Nights Forch. Wenn er etwas in Angriff nimmt, funktioniert es auch.
Bruno Peter wuchs in Küsnacht auf, ging hier zur Schule und absolvierte eine kaufmännische Ausbildung. Er besuchte die Hotelfachschule in Lausanne und arbeitete später als Projektleiter. Seit elf Jahren ist er im Facility Management tätig – in einem halben Jahr wird er pensioniert. Seine eigentliche Passion, das Organisieren von Veranstaltungen, begann 1982. Bruno Peter war Vizepräsident des Jugendclubs, als die Sunnemetzg (Pitch Pine) eröffnet wurde – eine Zeit, in der er in das Event-Business reinrutschte. Seit über 50 Jahren ist er Mitglied des Schlittschuhclubs Küsnacht (davon über 20 Jahre in der Vereinsleitung), wo er heute als Vizepräsident diverse Events organisiert: vom Einkauf über den Aufbau bis hin zur Mobilisierung der Helfer ist er vielseitig eingebunden. Dass er sich ausgerechnet für einen Eishockeyclub engagiert, ist kein Zufall. Bis vor sechs Jahren spielte er aktiv beim SCK, während seiner Ausbildung in der Westschweiz zwei Saisons lang bei Lausanne in der Nati B. Es ist dann auch der SCK, für und mit dem er die meisten Anlässe organisiert. Sogar vor der Street Parade macht er nicht halt: Zusammen mit den Eishockeyspielerinnen und -spielern bewirtet Bruno Peter die tanzwütige Meute.
Besonders stolz aber ist er auf den Saloon an der Küsnachter Chilbi. 1996 befand das Vereinskartell, dass die Chilbi attraktiver werden solle. Damals bestand diese im Grunde nur aus einem Festzelt auf dem Parkplatz. «Wir wollten uns abheben, nicht einfach eine 0815-Chilbi haben», erinnert sich Bruno Peter. In diesem Sinne entwarf er ein Konzept für den Saloon, für dessen Gesamtorganisation er verantwortlich ist. «Mit den Outfits, den Holzschnitzeln auf der Strasse und der originellen Dekoration haben wir etwas sehr Authentisches geschaffen. Man fühlt sich nicht wie auf einer Chilbi, sondern wie in einem Saloon aus einem Western.»
Ein weiterer Anlass, den er zu seinen grösseren Erfolgen zählt, waren die Country Nights Forch. Zusammen mit den Flössern – auch hier war er Mitglied – organisierte er das Musikfest. Sowohl die Flösser, die jedes Jahr am Muttertag mit selbstgebauten, dekorierten Flössen über Sitter und Thur fuhren, als auch die Country Nights gibt es heute nicht mehr. «Wir waren irgendwann nur noch elf Mitglieder, die meisten über 60-jährig. Da dachten wir: Jetzt ist es genug.» Die Überalterung im Vereinsleben ist für Bruno Peter ein weitverbreitetes Problem. «In der Vereinsleitung vom SCK sind wir alle schon zehn bis fünfundzwanzig Jahre dabei. Irgendwann muss man beginnen, die Jungen einzubinden und die Verantwortung an sie abzugeben.» Wie lange er noch wie viel macht, weiss er nicht. Er kann sich vorstellen, noch einige Jahre als Coach für einen Nachfolger zu fungieren. Ganz aufhören will er aber nicht. «Ich werde nicht einfach nichts machen. Ich lasse die Zukunft ganz entspannt auf mich zukommen: Ich muss nichts, sondern kann.» Nach der Pensionierung wird er wieder mehr Zeit und Energie haben. «Ich denke aber nicht, dass ich neue grössere Events auf die Beine stellen werde.»
Ein grosses, neues Projekt will er allerdings unbedingt noch anpacken: das Waldfest, ein Herzensprojekt. «Ein Kollege und ich sagen schon lange, dass wir nach unserer Pensionierung ein Country-Fest auf einer Wiese organisieren wollen.» Dass viele seiner Anlässe einen Bezug zu Western-Musik haben, hat einen einfachen Grund: «Ich höre einfach sehr gerne Country.»
Küsnacht kennt Bruno Peter und Bruno Peter kennt Küsnacht: «Ich bin mit allen Gemeinderäten per Du und kenne natürlich sehr viele Leute. Ich weiss, wen ich für welchen Anlass für welche Tätigkeit am besten anfrage.» Auch das Dorfplatz-Picknick entstand dank dieser Nähe zu den Bewohnern: «Die Idee zum Picknick kam uns am Biertisch im Ochsen – zusammen mit dem Pfarrer.» Gemeinsam wollten sie einen Anlass schaffen, der das Dorf zusammenbringt: «Etwas Lässiges, ohne grossen Aufwand.» Die Flösser bauten einen zwei Meter grossen Grill. «Wir bringen Wasser, Bänke und das Feuer und alles andere bringt ihr selbst», so das einfache, aber beliebte Konzept. Das Dorfplatz-Picknick wurde im Laufe der Jahre zur Institution. «Wir haben jedes Mal 150 bis 200 Besucher», sagt Bruno Peter stolz.
Nichtstun käme für ihn niemals in Frage: «Es muss eifach öpis gah.» Dass er so viel organisiert, ist allerdings nicht nur seiner Macher-Natur geschuldet. Er will damit auch den Zusammenhalt und das Miteinander in der Gemeinde stärken. Anlässe wie das Dorfplatz-Picknick seien ideal: «Keine Musik, keine Action, keine Attraktion. Fremde Leute teilen ihr Essen und kommen miteinander ins Gespräch.»
Etwas liegt Bruno Peter daher besonders am Herzen: «Kommt zu den Veranstaltungen. Es gibt so viele tolle Anlässe. Nehmt das Angebot wahr, sucht den Kontakt zu anderen Leuten. Es läuft so viel im Dorf: Geniesst das.»
ANMELDEN
Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.