Von Brigitte Selden ‒ 29. Januar 2026

Das Höchhus zählt zu den bedeutendsten architekturgeschichtlichen Zeugen der Region. Vermutlich um 1235 als Doppelwohnturm errichtet, steht der Bau seit 2023 unter kantonalem Denkmalschutz. Um dieses Erbe zu bewahren, bewilligte die Gemeindeversammlung im Dezember 2022 einen Kredit über 3,26 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung der Bibliothek. «Das Höchhus ist ein Schatz unserer Dorfgeschichte. Es zu erhalten und gleichzeitig für kommende Generationen nutzbar zu machen, war uns ein zentrales Anliegen», betont Adrian von Burg, Gemeinderat und Vorsteher Liegenschaften.
Die Bauarbeiten nahmen rund eineinhalb Jahre in Anspruch. Da sämtliche Bauteile das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hatten, war eine substanzielle Erneuerung nötig. Gleichzeitig mussten moderne Anforderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit und Haustechnik mit strengen Denkmalauflagen harmonisiert werden. «Die grösste Schwierigkeit bestand darin, baurechtliche Vorgaben mit dem historischen Charakter des Hauses zu vereinen», erklärt von Burg. «Umso erfreulicher ist es, dass wir den Zeitplan einhalten und die Arbeiten unfallfrei abschliessen konnten.»
Zu den zentralen Massnahmen gehörten der Einbau eines neuen Treppenhauses inklusive Liftanlage, der Ersatz der Haustechnik sowie die Installation einer nachhaltigen Erdsonden-Wärmepumpe. Rund 600 000 Franken flossen in diese wertvermehrende Massnahmen, insbesondere in den Ausbau des bisher nicht genutzten Dach-
geschosses.
Die Bibliothek Küsnacht ist seit über 50 Jahren im Höchhus beheimatet. Durch die Sanierung wurde sie nicht nur technisch modernisiert, sondern auch räumlich neu gedacht. «Die Ansprüche an eine Bibliothek haben sich gewandelt. Heute ist sie weit mehr als nur ein Ort der Ausleihe – sie lädt ein zum Verweilen, Arbeiten und zur Begegnung», so von Burg.
Dank des erschlossenen Dachgeschosses bietet das Höchhus nun grosszügige Leseecken, moderne Arbeitsplätze und einen flexiblen Veranstaltungsraum. Auch die Galerie Höchhus kehrt zurück: Sie bietet weiterhin Platz für Kunstausstellungen und dient künftig zusätzlich als Rahmen für Bibliotheksveranstaltungen.
Mit der Sanierung vollzog sich eine wichtige rechtliche Weichenstellung: Da die Stiftung Höchhus die Mittel für die Grosssanierung nicht aufbringen konnte, wurde sie aufgelöst. Mit Zustimmung der kantonalen Stiftungsaufsicht schenkte die Stiftung das Baurecht, das Gebäude sowie das verbliebene Vermögen von 600 000 Franken der Gemeinde Küsnacht. Parallel dazu übertrug der Kanton Zürich das Grundstück unentgeltlich der Gemeinde. Seit 2025 befindet sich das Höchhus somit offiziell in Gemeindebesitz. «Damit stellen wir sicher, dass dieses Juwel langfristig der Öffentlichkeit zur Verfügung steht», hält Gemeinderat von Burg fest.
Am 31. Januar nimmt die Bibliothek ihren Betrieb wieder auf, und die Galerie lädt Mitte März zur ersten Vernissage. Am 28. März folgt dann die offizielle Eröffnung des sanierten Höchhus’. Details zum Festprogramm werden noch bekannt gegeben.
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