Von Dörte Welti ‒ 15. Januar 2026

Timo Fenner ist 44 Jahre alt, Rechtsanwalt und in Küsnacht aufgewachsen. Er lebt hier mit seiner langjährigen Partnerin und der gemeinsamen zweijährigen Tochter. Die enge Verbundenheit mit seinem Heimatort ist für ihn ein wichtiger Antrieb für sein Engagement. «Die Kirchenpflege ist ein Ort, an dem man Verantwortung übernehmen und konkret etwas bewirken kann und zwar unmittelbar für die Menschen», erklärt Timo Fenner seine Motivation. Als Mitglied der Zürcher Kirchensynode ist er davon überzeugt, dass die Kirche eine wichtige Rolle für das Gemeinwohl spielt. Seine berufliche Erfahrung als Rechtsanwalt sowie als Dozent an der Universität Zürich möchte er in die Arbeit der Kirchenpflege einbringen – nicht nur in rechtlichen und organisatorischen Fragen, sondern auch mit Blick auf die Zukunft der Kirche für kommende Generationen. Der bisherigen Kirchenpflege zollt er Respekt: «Die Küsnachter Kirchgemeinde ist lebendig, kulturell engagiert – und es läuft viel.» Sein Leitgedanke lautet: «Die Kirche steht im Dienst der Menschen und soll Orientierung geben, heute wie morgen.»

«Ich wünsche mir für alle, dass sie aus ihren Begegnungen mit und in der Kirche jeweils einen Satz mitnehmen, der sie trägt – in guten und in weniger guten Zeiten», sagt Cornelia Roffler. Die 55-jährige Mutter dreier Teenager hat ihren Glauben von der Grossmutter im Bündnerland mitbekommen. «In ländlichen Gemeinden hat die Kirche eine grössere Bedeutung», kommentiert sie den Stellenwert der Kirche in Küsnacht. Für sie ist Kirche eine Gemeinschaft, sie selbst hat sich zehn Jahre lang im Zolliker Familienclub ElKi sowie ein Jahr als Katechetin engagiert. Seit 20 Jahren lebt sie in Küsnacht und gehört aktuell der Pfarrwahlkommission an. Etwas, das ihr sehr am Herzen liegt: Angebote für junge Menschen. «Rituale, auch kirchliche, helfen Kindern.» Die Kirche sei «da draussen», zugänglich für alle. Kommunikation ist ihr Beruf, sie arbeitet bei einer Schweizer Bank im Personalwesen. Ihre Motivation, sich zur Wahl zu stellen: «Ich kenne keine andere Institution, die an einem Freitag um 14 Uhr die ganze Schweiz erreicht und alle Menschen berührt – einfach, indem sie ihre Glocken läuten lässt.»

Michael Schollenberger ist einer, den man getrost als Ur-Küsnachter bezeichnen kann. Schon die Eltern und Grosseltern lebten hier, er selbst ist zurückgekehrt, nachdem er eine Weile in Italien ein Bed & Breakfast geführt hatte. Heute ist der 67-Jährige zwar Pensionär, aber im «Unruhezustand» und engagiert sich in diversen Vereinen. «Ich möchte tatkräftig mithelfen, eine Brücke zwischen den Menschen zu bauen», beschreibt der Vater zweier erwachsener Töchter seine Motivation, aktives Mitglied der Kirchenpflege zu werden. Die Kirche soll als Ort der Freude, des Trostes und des Zuspruchs wahrgenommen werden. Dafür möchte er mit der Kirchenpflege zusammen Ziele entwickeln und umsetzen. Das bisherige Gremium erlebt Michael Schollenberger als «feinfühlige Organisation». Gleichzeitig mache es ihn betroffen, dass immer wieder Mitbürgerinnen und Mitbürger aus der Kirche austräten. Dem möchte er mit seinem Wissen und seiner Erfahrung im Umgang mit Menschen aus verschiedenen Tätigkeiten – unter anderem Gastronomie und Versicherungswesen – entgegenwirken.

Christine Wolff Frank kennt die Kirche bereits gut von innen heraus: Sie amtete zwei Jahre als Sozialdiakonin in Küsnacht, gründete unter anderem den Besuchsdienst. Davor arbeitete die studierte Betriebswirtschafterin rund 25 Jahre lang in der Finanzbranche. Das Kirchenteam habe sie motiviert, sich zur Wahl zu stellen, erklärt die 58-jährige Mutter zweier Töchter ihre Motivation. Sie ist der Überzeugung, dass neue Impulse wichtig sind, man müsse gemeinsam mit dem Team und den Mitgliedern die Zukunft gestalten. Küsnacht habe mit der Vielfalt an Pfarrpersonen eine gute Grundlage, unterschiedliche Menschen begeistern zu können. «Kirche spielt eine wichtige Rolle für viele ältere Menschen», weiss Christine Wolff Frank. Doch auch wenn die Gesellschaft immer älter werde, dürfe man die Jungen nicht verlieren. Die Kirche müsse einen starken Gegenpol zu den sozialen Netzwerken bilden: «Wenn wir den Jugendlichen wichtige Werte vermitteln wollen, müssen wir sie dazu motivieren, sich selbst zu engagieren.» Ihr zentrales Anliegen: «Die Kirche muss sichtbarer werden.»
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