Highlight Helikopter: Das war der Blaulichttag

Von Aline Sloksnath ‒ 18. September 2025

Am vergangenen Samstag fand in Zumikon der Blaulichttag statt. Er zeigt auf, wie eng die Gemeinden Küsnacht, Erlenbach, Zollikon und Zumikon beim Bevölkerungsschutz zusammenarbeiten.

Die Kleinsten waren begeistert vom Blaulichttag.
Die Kleinsten waren begeistert vom Blaulichttag. (Bild: asl)

Auf dem Zumiker Dorfplatz raucht ein Auto. Mehrere Feuerwehrfahrzeuge sind vor Ort. Zusätzlich Polizei, Samariter, Schutz und Rettung, die Alpine Air Ambulance und der Zivilschutz. Was nach einem Grosseinsatz aussieht, ist in Wahrheit ein Spektakel zum Mitmachen. Der Blaulichttag, organisiert von der Feuerwehr Zumikon-Küsnachterberg, bot vergangenen Samstag spannende Einblicke in die Welt der Blaulichtorganisationen.

Auftakt aus der Luft

Kurz nach 11 Uhr begrüsst Feuerwehrkommandant Thomas Uebersax die Gäste und kündigt bereits das erste Highlight des Tages an – die Ankunft eines Rettungshelikopters der «AAA» Alpine Air Ambulance. Klein und Gross stürmen zur Wiese neben dem roten Platz. Kaum sind die ersten Neugierigen angekommen, kündigt das Brummen der Rotorblätter den Gast aus der Luft an. Der Helikopter fliegt eine Runde über den Köpfen der Zuschauer und setzt zur Landung an. Es ist das erste Mal, dass ein Rettungshelikopter zu Besuch am Zumiker Blaulichttag ist.

Zurück auf dem Dorfplatz, wartet schon das nächste Ereignis: Jemand muss aus einer brennenden Wohnung gerettet werden. Da die Feuerwehr Zumikon-Küsnachterberg nicht über ein eigenes Fahrzeug mit Auto-Drehleiter (ADL) verfügt, ist auch die Feuerwehr Zollikon vor Ort und demonstriert, wie eine Evakuierung damit abläuft.

Zollikon ist Drehleiter-Stützpunkt in der Region und deckt auch die Gemeinden Küsnacht, Erlenbach und Zumikon ab. «Wenn in einer Nachbargemeinde die Drehleiter gebraucht wird, werden wir aufgeboten», erklärt Simon Diener, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Zollikon.

Die Feuerwehr und ihre ­Abkürzungen

Die Feuerwehr Zumikon-Küsnachterberg verfügt zwar nicht über eine solche ADL, dafür aber seit diesem Wochenende über zwei neue PTF – Personentransportfahrzeuge. In jedem finden jeweils acht AdF – Angehörige der Feuerwehr – Platz. «Die Feuerwehr liebt ihre Abkürzungen», scherzt der Zumiker Gemeinderat und Vorsteher Sicherheit und Liegenschaften Thomas Epprecht bei seiner Ansprache. Im Anschluss übergibt er dem Kommandanten Thomas Uebersax feierlich zwei riesige Autoschlüssel: Die neuen PTF sind nun offiziell Bestandteil der Fahrzeugflotte.

Das Besondere an den neuen Fahrzeugen ist, dass damit nicht nur Feuerwehrleute, sondern auch wichtiges Material an den Einsatzort transportiert werden kann. ­Eines ist mit Atemschutzausrüstungen ausgestattet, im anderen befindet sich alles, was für den Verkehrsdienst benötigt wird. «Die Regel ist: Zehn Einsatzkräfte müssen ab Alarm innert zehn Minuten vor Ort sein. Wenn wichtige Ausrüstung schon bereitsteht, gewinnen wir wertvolle Zeit», erklärt Thomas Epprecht.

Zum ersten Mal war ein Rettungshelikopter dabei. (Bild: asl)
Zum ersten Mal war ein Rettungshelikopter dabei. (Bild: asl)

Warum braucht es einen ­Blaulichttag?

Für die Kleinen ist ein solcher Event vor allem eines: ein Ort zum Staunen. Eine Mutter sagt über ihre kleine Tochter, die für den Blaulichttag extra ein Feuerwehrkostüm angezogen hat: «Sie hat sich schon lange auf diesen Tag gefreut. Sie wird im Kindergarten sicher alles erzählen.» Daneben bietet er auch Berührungspunkte und die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Für Kommandant Thomas Uebersax ist der Anlass vor allem eines: «Es ist klassische Öffentlichkeitsarbeit.» Die Feuerwehr sei eine Freiwilligenorganisation, ist aber auf den Goodwill von Gemeinde und Einwohner angewiesen: «Bei öffentlichen Auftritten zeigen wir, dass wir mit den Profis mithalten können.» Zudem wolle man damit der Bevölkerung etwas zurückgeben und das Dorfleben fördern.

Ein gelungener Tag bei schönstem Wetter

Auf dem Dorfplatz sind nicht nur Polizei und Feuerwehr vertreten, sondern auch Organisationen, die ohne Martinshorn und Blaulicht agieren, etwa der Zivilschutz Küsnacht, Erlenbach, Zumikon und Zollikon, kurz KEZZ. «Der Zivilschutz ist zwar keine klassische Blaulichtorganisation, aber auch wir gehören zum Bevölkerungsschutz», erklärt Sven Wenzl, ­Offizier und stellvertretender ­Kommandant. Der Zivilschutz unterstützt die Feuerwehr bei Einsätzen wie eingestürzten Häusern, Bergrutschen oder überlaufenden Gewässern. Auch das Aufstellen provisorischer Wasserbecken ist eine seiner Spezialitäten, beispielsweise in Waldgebieten ohne Hydranten. «Damit können in kurzer Zeit grössere Mengen Wasser von einem in ein anderes Becken gepumpt werden.»

Die meisten von uns beschäftigen sich mit den Blaulichtorganisationen nur im Ernstfall. An diesem Blaulichttag ist das anders: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzen die Gelegenheit, Neues zu lernen und zu staunen. Organisator Thomas Uebersax zeigt sich zufrieden: «Ich habe gehofft, dass so viele Menschen heute den Weg zu uns finden. Von dieser Menge bin ich jedoch positiv überrascht. Wenn man etwas mit Blaulicht macht, dann zieht das an. Und das Wetter spielte natürlich auch mit.»

Feierlich übergibt der Zumiker Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher Thomas Epprecht (l.) die Schlüssel für die neuen PTF an Kommandant Thomas Ubersax. (Bild: asl)
Feierlich übergibt der Zumiker Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher Thomas Epprecht (l.) die Schlüssel für die neuen PTF an Kommandant Thomas Uebersax. (Bild: asl)
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