Jung, unternehmerisch und sozial engagiert

Von Dominique Luethi ‒ 5. Februar 2026

Es riecht nach Popcorn. Nicht nach dem süsslichen Kinoduft, sondern nach etwas Unerwartetem: Rosmarin, Salz, ein Hauch von Trüffel. Was hier entsteht, ist nicht nur ein Snack, sondern ein Lernprozess, der weit über die Schulzimmer hinausreicht.

Die Gründerinnen und Gründer des besonderen Popcorns: Mats Brechlin, David Momani, Yves Grünwald, Lana Clerx, Anisha Graf, Emily Baumann und Felix Kaiser. (v. l. n. r.). (Bild: zvg)
Die Gründerinnen und Gründer des besonderen Popcorns: Mats Brechlin, David Momani, Yves Grünwald,
Lana Clerx, Anisha Graf, Emily Baumann und Felix Kaiser. (v. l. n. r.). (Bild: zvg)

Sieben Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Hottingen haben das Miniunternehmen Aureo Popcorn gegründet. Entstanden ist es im Rahmen des Akzents Entrepreneurship von Young Enterprise Switzerland (YES). Ergänzend zum wirtschaftlich-rechtlichen Profil erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ein eigenes Start-up aufzubauen. Ziel des Programms ist es, Wirtschaft nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen.
Der 17-jährige Küsnachter David Momani ist im Unternehmen für das Marketing verantwortlich. «Wir sind Snackliebhaber. Als wir eine Marktlücke erkannten, war das der Startschuss», sagt er. Entstanden sind drei Sorten: Trüffel, Chili-Schokolade und Rosmarin-Salz. «Popcorn gibt es einfach zu wenig. Es brauchte etwas Neues». Dabei geht das Projekt weit über eine klassische Unternehmenssimulation hinaus. «Man lernt das Unternehmertum kennen. Wir verstehen, wie Prozesse funktionieren und welche Rollen es in einem Unternehmen gibt», erklärt David ­Momani. Die Jugendlichen erleben, dass unternehmerisches Handeln Verantwortung bedeutet. Verzögert sich ein Produktionsschritt, hat das Konsequenzen. Funktioniert etwas nicht, muss eine Lösung gefunden werden. Theorie wird plötzlich konkret.

Soziale Dimension

Hinter jeder Verpackung steckt mehr als nur Geschmack. Produziert wird das Premium-Popcorn in Zusammenarbeit mit der Martin Stiftung, einer Institution, in der Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung arbeiten. «Unsere Kundinnen und Kunden schätzen unseren sozialen Gedanken sehr. Mit dieser Haltung können wir andere dazu bewegen, ebenfalls etwas Gutes zu tun. So wurden die Preise beim Kauf freiwillig auf den nächsten Franken aufgerundet», meint David Momani. Die Zusammenarbeit verlangt Planung, Geduld und gegenseitiges Verständnis. Für die jungen Gründer ist es eine prägende Erfahrung und eine Begegnung auf Augenhöhe. Lernen bekommt hier eine menschliche Dimension.

Erfolg im direkten Kontakt

Neben der Produktion sammeln die Jugendlichen auch Verkaufserfahrung. «Am Zolliker Weihnachtsmarkt haben wir viele neue Kundinnen und Kunden gewonnen. Die Menschen wollten unsere Produkte sogar vorbestellen», sagt David ­Momani. Besonders beliebt war dabei das Trüffel-Popcorn: «Es war bereits nach vier Stunden ausver­-
kauft.»

Mehr als ein Schulprojekt

Für die Jugendlichen ist Aureo Popcorn mehr als ein Projekt für die Note. «Es ist eine super Erfahrung, die uns für unser Berufsleben viel bringen wird. Wir haben gelernt mutig zu sein und etwas neues auszuprobieren», so David Momani.

Das Beispiel zeigt, wie Lernen wirkt, wenn es mit der Realität verknüpft wird. Wenn Verantwortung nicht theoretisch bleibt, sondern konkret wird und aus Popcorn ein Projekt entsteht, das wirtschaftliches Denken mit sozialem Engagement verbindet.

Werbung

Neuste Artikel

Kommentieren Sie den Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


ANMELDEN

Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.