Von Martina Gradmann ‒ 20. November 2025

Küsnacht will die Treibhausgasemissionen bis 2040 auf Netto-Null senken, den Umstieg auf erneuerbare Energien vollziehen und Anpassungen an die veränderten klimatischen Bedingungen vornehmen. Dazu braucht es verschiedene Massnahmen, die der Gemeinderat der Bevölkerung bei einem politischen Themenabend an verschiedenen Marktständen näherbringen wollte. Am Stand mit den Massnahmen und der Kreislaufwirtschaft war Timo Oliveri vom Amt für Hochbau und Liegenschaften im Einsatz. Er informierte darüber, wie und mit welchen Beträgen man Dach- und Fassadenbegrünung oder die Entsiegelung von Bodenflächen fördern möchte (je 80’000 Franken), erklärte aber auch das Pilotprojekt Regenwasserspeicherung und -nutzung. Darüber hinaus sollen 1000 Bäume im Siedlungsraum gepflanzt werden. «Die Rückmeldungen auf die vorgestellten Massnahmen sind mehrheitlich positiv», sagte Oliveri. Einige Leute seien aber auch skeptisch, wie man die Vorhaben umsetzen könne. «Wo genau will man 1000 Bäume setzen?», habe eine Einwohnerin beispielsweise wissen wollen.
Interessiert zeigten sich die Anwesenden auch an den Massnahmen zum Thema Klima und Energie, zum Beispiel am Seewasserwärmeverbund. «Das klingt spannend, kommt für mich aber zu spät, weil ich mich bereits einem Fernwärmeverbund angeschlossen habe», meinte ein Küsnachter. Auf positive Resonanz stiess das Projekt Lokale Elektrizitätsgemeinschaft und die Förderung von Photovoltaikanlagen. Hier wolle die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen: Bis 2029 solle das Photovoltaikpotenzial der Verwaltungsgebäude zu mindestens 50 Prozent ausgeschöpft werden, erklärte der Energieberater Gian Carle den Interessierten. Beschleunigen will die Gemeinde auch den Ersatz von Öl- und Gasheizungen sowie die klimaschonende Mobilität. Dazu sollen verschiedene Pilotprojekte wie Sharing-Modelle für E-Fahrzeuge, E-Bikes oder autonome und alternative Mobilitätsformen ermöglicht und getestet werden. Ein Fokus liegt dabei auf der besseren Erschliessung der Dorfteile Itschnach und Küsnachterberg und deren Anbindung an die Forch, erläuterte Carle. Mit all diesen Massnahmen möchte Küsnacht das Label Energiestadt Gold erreichen, das strengere Richtlinien an die Städte stellt.
Die Frage, welche die meisten Küsnachterinnen und Küsnachter beschäftigte, war: Wo soll die neue Dreifachturnhalle gebaut werden? Während die Vereine den Standort Fallacher favorisieren – «für uns wäre das eine klare Win-Win Situation», sagte beispielsweise Marc Häusermann vom Tennisclub –, priorisiert die Gemeinde den Standort Heslibach. «Die Nutzung der Halle ist im Heslibach durch die Schule massiv höher als im Fallacher. Dank der Kantonsschule können Mieteinnahmen generiert werden und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist auch besser», sagte Vorsteher Liegenschaften Adrian von Burg. Der Standort Fallacher sei zwar zentral für die Vereine, würde aber eine sehr viel geringere Nutzung aufweisen. Was die Anwesenden aber hauptsächlich interessierte, war die Parkplatzsituation. Schon jetzt seien die vielen Eltern-Taxis eine Zumutung und Parkmöglichkeiten Mangelware. «Auch wenn der nahe Bahnhof beim Heslibach ein Vorteil ist, kommen doch die Wenigsten mit dem öffentlichen Verkehr und fahren auf der Suche nach Parkmöglichkeiten durchs Quartier», sagte eine Einwohnerin. Jemand anders wollte wissen, ob man beim Standort Heslibach nicht eine Tiefgarage einplanen könne, was von Burg mit dem Hinweis auf das Grundwasser verneinte. «Es wird für den Standort Heslibach ein Verkehrskonzept brauchen», bestätigte von Burg. Auch der Wegfall des roten Sportplatzes sorgte für Diskussionen, doch einig war man sich auch, dass eine öffentliche Dreifachturnhalle auch eine entsprechende Nutzung brauche.
An der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember soll zwischen den Projektierungskrediten von 930’000 (Fallacher) und 970’000 Franken (Heslibach) abgestimmt werden. Bei der abschliessenden Zusammenfassung der Diskussion über die zwei Themen betonte Gemeinderat Gauthier Rüegg nochmals, dass die Klimaziele 2040 ein Entscheid der Gemeindeversammlung gewesen seien. Für Diskussionen habe auch der Gesamtbetrag von zwei Millionen Franken gesorgt, die Gemeinde wolle aber nur dort Geld einsetzen, wo es nötig sei. Betreffend dem Standort der Dreifachturnhalle betonte Adrian von Burg erneut, dass man für den Standort Heslibach ein Verkehrskonzept ausarbeiten werde.
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