Von Dörte Welti ‒ 7. August 2025

Es gibt viele sehr schöne Höhenzüge in der Schweiz. Aber die Aussicht am Kraftort Wehrmännerdenkmal ist besonders und die Stimmung an diesem wolkenverhangenen Abend trug dem Rechnung. Die Lokalität war bestens gerüstet für den Ansturm von Mensch und Natur, und es zog dermassen viele Patriotinnen und Patrioten auf die Forch, dass das OK noch Festbänke nachrüsten musste. Der TV Forch, verantwortlich für die Festwirtschaft, hatte sich gut organisiert, Burger, Steaks und Pommes gingen nicht aus und auch Getränke flossen reichlich. Im Zelt verführte ein delikates Kuchenbuffet zu Kaloriensünden, egal, man hatte es sich durch den Aufstieg schliesslich redlich verdient.
Pünktlich um 21 Uhr setzte nicht nur der erwartete Platzregen ein, sondern begann auch der offizielle Teil der Feier. Die Harmonie Eintracht spielte erneut auf, und dann ergriff Gemeindepräsident Markus Ernst das Wort. Die aktuellen Ereignisse am Morgen dieses Nationalfeiertags – Stichwort: Zölle – hatten ihn dazu bewogen, seine sorgsam ausgedruckte Rede noch mit handschriftlichen Notizen zu ergänzen. Dennoch vermittelte der Gemeindepräsident nicht etwa Wut oder Niedergeschlagenheit. Markus Ernst erinnerte daran, dass der heutige Reichtum auf Fleiss, Disziplin und Bescheidenheit der Vorfahren beruhe. Heute sei man aufgrund der Nachrichten auf dem Boden der Realität gelandet, und er prognostizierte, dass man sich die nächsten Jahre wohl neu erfinden und teilweise auf Wohlstand verzichten müsse.

Als zweiter Redner an diesem Abend amtete Nico Decurtins vom Vorstand des Schlittschuhclubs Küsnacht (SCK). Decurtins hob als Vertreter der Küsnachter Vereine die Erfolge hervor, die die Clubs zu verzeichnen hatten. Dann verglich er die Schweiz als solche mit einem Verein und betonte, dass kein Verein ohne den unermüdlichen Einsatz von Freiwilligen überleben könne. Nach dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne hatte auch der Regen aufgehört, sodass einem fulminanten viertelstündigen Feuerwerk und dem anschliessenden Entzünden des Höhenfeuers nichts mehr im Wege stand. Eine rundum stilvolle und denkwürdige Bundesfeier, die vielleicht einmal mehr in der 734-jährigen Geschichte der Eidgossenschaft (handels)politisch bedingt eine Zeitenwende einläutet.
ANMELDEN
Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.