Von Dörte Welti ‒ 28. August 2025

Gefühlt war das ganze Dorf auf den Beinen an den drei Chilbitagen. Bei Redaktionsschluss gab es noch keine definitiven Zahlen, aber es waren sicher Tausende Küsnachter, Besucher aus anderen Gemeinden, Heimkommende und extra für diesen Anlass Angereiste, die sich durch die bunten Gassen schoben. Die rund 60 Vereine, die sich an der vom Vereinskartell Küsnacht organisierten Chilbi beteiligen, hatten ganze Arbeit geleistet, unzählige Stunden Freiwilligenarbeit investiert und hielten dann drei Tage lang unermüdlich die Chilbigeschäfte und -buden am Laufen.
Die am frühen Montagabend abgefragte vorläufige Bilanz auch bei einigen Blaulichtorganisationen lautete: keine nennenswerte Vorkommnisse. Sicherheitskräfte waren sichtbar im Einsatz, Zufahrtssperren gab es auch, man konnte also unbeschwert die vielfältigen Angebote nutzen. Und die reichten von Fahrgeschäften, bei denen einem schon beim Zusehen schwindelig wird, über Vereinsfestzelte, Tütschiautos und Rösslireiten auf mechanischen Ponys bis hin zu Bars, Crêpes, Harrassenstapeln, Box- und Kickautomaten, Zuckerwatte, noch mehr Süssigkeiten und ein paar wenigen Händlern mit kitschig buntem Tand, aber auch Waren aus der Natur.
Aufgefallen: Regt man sich sonst im Zürcher Raum über das Littering auf, also den Müll, der sich nach kürzester Zeit an einem solchen Anlass auf den Strassen ansammelt, war es hier in Küsnacht auf den Chilbistrassen auch zu später Stunde erstaunlich aufgeräumt. Es gab jede Menge offene Müllcontainer, in die man seinen Abfall werfen konnte. Und: Das Küsnachter Chilbivolk weiss sich zu benehmen und respektiert die eigene Umgebung. Ausserdem sorgten jeden Morgen super fleissige Gemeindemitarbeitende dafür, dass das Dorf sauber bleibt. Danke dafür!

Nathalie Wechsler-Seidel, 60, Unicovino und Buchautorin («Coccinella»): «Unsere Chilbi braucht es. Sie ist ein Treffpunkt für die Dorfbewohner und bietet Raum für einen superschönen Austausch. Wir sind mittlerweile seit über 20 Jahren dabei!»
Franziska, Anina, Fayé und Marine (v.l.), Crêperie Wulp: «Die Chilbi macht allen mega Spass. Sie ist eine klasse Werbung für unsere Pfadi. Toll für die Kinder und für alle, die hier mal gewohnt haben. Unser Harrassenstapeln ist gratis, das ist auch lässig.»


Nadine Cantoni, 24, Zürichsee Unihockey: «Die Chilbi ist dazu da, sich zu treffen. Man sieht Leute, die man sonst das ganze Jahr über nicht sieht. Bei uns gibt es Disco, Tanz und Getränke. Unsere Eisshots sind der Hit, die Gläser sind aus Eis, und wenn man ausgetrunken hat, wirft man sie auf eine Torwand. Wer ins Tor trifft, hat einen Gratis-Shot zugute. Die drei Tage Chilbi sind seit Jahren fest in meinem Kalender.»
Sophia Hummel, 22, Mitglied im Tennisclub Itschnach tci: «Die Chilbi ist ein tolles Fest, wo die Gemeinde zusammenkommt. Je besser das Wetter, desto mehr Leute kommen, wir hatten drei richtig gute Tage. Jeder Verein bietet etwas Besonderes an, bei uns gab es zum Beispiel exklusiv Spare-Ribs.»


Christian Benz, 40, Kommandant Feuerwehr Küsnacht: «Alle zwei Jahre organisieren wir das Festzelt. Die Chilbi tut was für den Dorfzusammenhalt. Man trifft Leute und wenn man wie ich hier aufgewachsen ist, natürlich auch immer wieder alte Schulkollegen. Der Austausch, das Miteinander ist wichtig. Lebt die Chilbi, alle Stände sind wichtig!»
Bruno Peter, 64, SCK Küsnacht: «Wir machen den Western Saloon seit 29 Jahren. Ich habe damals das Konzept mitgeschrieben, wie wir die Chilbi attraktiver machen können. Die Chilbi braucht es, weil sie eine Begegnungsmöglichkeit für die Bevölkerung ist. Die Vereine können sich präsentieren und Geld für ihre Kassen erwirtschaften.»


Leonie, Paula, Isabela, Sophie und Nastja (v.l.): «Wir gehen auf die Chilbi, weil es Spass macht, mit den Kollegen zu sein. Man muss nicht lange irgendwo hinfahren, sondern kann sich hier im Dorf amüsieren. Und das während des Schuljahres! Die Bahnen sind aber schon ziemlich teuer, und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht. Die Chilbi ist auch geschrumpft, es hat weniger Angebote. Mega viel für die Grossen, für die Kleinen müsste es mehr geben. Abends ist richtig gut was los!»



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