Von Dominique Luethi ‒ 30. April 2026

Man dreht bereits die zweite Runde durch die engen Strassen. Der Blick wandert suchend von Parkfeld zu Parkfeld. Keine freie Lücke zu sehen. So geht es derzeit vielen Küsnachterinnen und Küsnachtern, die mit dem Auto ins Dorfzentrum fahren. Der schnelle Einkauf wird zur Geduldsprobe. Mit dem Umbau des grossen Parkplatzes an der Zürichstrasse beim Bahnhof und den Bauarbeiten an der Dorfstrasse, hat sich die Lage zugespitzt. Freie Plätze sind rar, und eine Entspannung ist erst gegen Ende November in Sicht.
Besonders betroffen ist das lokale Gewerbe. «Die Situation ist herausfordernd. Insgesamt gibt es zu wenig Parkmöglichkeiten», sagt Philipp Bretscher, Präsident des Gewerbevereins Küsnacht. Teilweise würden Kundinnen und Kunden den Dorfkern sogar meiden und ihre Einkäufe in umliegenden Gemeinden tätigen. Gemeinderat Claudio Durisch, Vorsteher Tiefbau und Sicherheit, bestätigt entsprechende Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Um die Situation zu entschärfen, hat die Gemeinde schon vor dem Baustart des Parkplatzes Zürichstrasse reagiert. «Wir haben in Absprache mit dem Gewerbe die Parkdauer an der Zürichstrasse während der Bauphase auf eine Stunde angepasst.» Dennoch bleibt die Lage im Dorfzentrum angespannt, insbesondere an Wochenenden. «Stosszeiten und Samstage sind stark betroffen», bestätigt Philipp Bretscher. Zusätzliche Parkmöglichkeiten könne die Gemeinde nicht anbieten, so Claudio Durisch. «Es stehen leider keine geeigneten Flächen im Zentrum zur Verfügung.»
Parallel zu den Lösungsversuchen der Gemeinde sucht das Gewerbe nach Alternativen. Kundinnen und Kunden werden gezielt auf ruhigere Einkaufszeiten hingewiesen. Für Philipp Bretscher stehen auch neue Ideen im Raum. «Ein Hauslieferservice könnte eine Möglichkeit sein.» Für ihn ist aber auch klar: «Man wird nie genug Parkplätze haben, um in maximalen Stosszeiten allen Platz zu bieten.» Entscheidend sei ein effizientes Parkregime. Gemeinde und Gewerbe bleiben dazu im Austausch. Die bisherigen Massnahmen der Gemeinde bewertet Philipp Bretscher positiv: «Mit dem Kurzzeit- Parkregime haben wir eine sehr gute und gewerbefreundliche Lösung gefunden.» Das Gute an der Sache: Beide Seiten verfolgen ein gemeinsames Ziel – ein funktionierendes Dorfzentrum. Oder, wie es Philipp Bretscher formuliert: «Von einem aktiven und lebendigen Dorfleben profitieren alle.»
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