Gewerbeverein und Standortförderung?

Von Dörte Welti ‒ 6. November 2025

Das Küsnachter Gewerbe hat den Gewerbeverein. Neu gibt es jetzt auch den Verein Standortförderung Goldküste (KüBo 43/2025). Partner oder Konkurrent? Wir haben mit Philipp Bretscher, Präsident Gewebeverein Küsnacht, über den neuen Player am Markt gesprochen.

Der Präsident des Gewerbevereins Küsnacht: Philipp Bretscher. (Bild: zvg)
Der Präsident des Gewerbevereins Küsnacht: Philipp Bretscher. (Bild: zvg)

Philipp Bretscher, ist die Gründung des Vereins Standortförderung Goldküste im Sinne des Gewerbevereins?
Das ist im ersten Schritt schwierig zu sagen. Wir haben noch nicht viele Infos über den Verein. Grundsätzlich begrüssen wir jegliche ­Aktionen und Anstrengungen, die gewerbefreundlich sind und allen helfen. Gleichzeitig finde ich es wichtig, dass man gemeinsam etwas macht und die Ziele aufeinander abstimmt. Im Moment kann ich aber nicht sagen, in welche Richtung die Ziele des neuen Vereins gehen sollen.

Hat der Verein Standortförderung Goldküste den Gewerbeverein Küsnacht in das Projekt Vereinsgründung einbezogen?
Wir wurden an die Infoveranstaltung eingeladen, die am 19. November stattfindet. Wir wussten nicht, dass sich ein solcher Verein gründen will. Da ich einige involvierte Personen kenne, hätte ich ein vorgängiges persönliches Gespräch begrüsst.

Das klingt kritisch …
Ich bin sämtlichen Anstrengungen für das Gewerbe wohlgesonnen. Es gibt gerade am rechten Seeufer bereits viele verschiedene Gefässe, welche ähnliche Zwecke und Ziele verfolgen. Kräfte und finanzielle Mittel zu bündeln, ist aus meiner Sicht enorm wichtig.

Welche Gefässe meinen Sie?
Sämtliche Seegemeinden in unserem Bezirk haben einen Gewerbeverein. Zusammen sind wir dem Bezirk Meilen angeschlossen. ­Darüber steht der kantonale Gewerbeverband.

Werden Sie den neuen Verein ­infrage stellen?
Auf die Barrikaden zu gehen, wäre falsch. Grundsätzlich möchte man etwas bewirken, das begrüssen wir. Wir alle wurden an den kommenden Informationsanlass einzeln eingeladen und haben uns im Bezirk Meilen abgestimmt. Wir möchten wissen, wie wir uns einbringen können, wie wir das Projekt unterstützen können und welchen Support der Verein bieten will. Dann schauen wir, was dabei herauskommt und wo es Überschneidungen oder Gemeinsamkeiten gibt.

Braucht es Ihrer Meinung nach ­einen Verein dieser Art?
Es gab schon immer Dinge, die der Bezirk Meilen als übergeordnetes Organ übernehmen kann. Bei uns gibt es sicher Gemeinden und Ortschaften, die attraktiv sein können, aber nicht für jedermann. Die Goldküste hat ja auch gewisse Nachteile. So wird die Distanz zum Flughafen Richtung Rapperswil immer grösser. Vielleicht will der neue Verein auch Dinge machen, die gar nicht in unserem Aufgabenbuch stehen. Die meisten Gewerbevereine kümmern sich nicht unbedingt um die ganz grossen Firmen. Wir fokussieren eigentlich auf die kleinen KMUs und ein paar wenige grössere Unternehmen. Wenn das Goldküstenprojekt sich vor allem an grosse Firmen richtet, hat es seine Berechtigung.

Also ist der Verein Standortförderung Goldküste in Ihren Augen keine Konkurrenz zum klassischen Gewerbeverein?
Überhaupt nicht. Unsere Mitglieder suchen keinen Ersatz. Auf Stufe Bezirk Meilen ist es sicherlich wichtig, dass man sich gut abstimmt und die Zuständigkeitsbereiche klärt. So können die zur Verfügung stehenden Mittel effizient eingesetzt werden.

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