Brandschutz in Erlenbach: Öffentliche Gebäude werden überprüft

Von Dominique Luethi ‒ 19. März 2026

Wie sicher sind Schulhäuser, Turnhallen oder das Alterszentrum im Brandfall? In Erlenbach wird der Brandschutz in zwanzig gemeindeeigenen Liegenschaften überprüft. Eine externe Analyse soll zeigen, ob die heutigen Sicherheitsanforderungen ausreichen.

Notausgänge und Fluchtwege gehören zu den Brandschutzmassnahmen in öffentlichen Gebäuden. (Bild: jli)
Notausgänge und Fluchtwege gehören zu den Brandschutzmassnahmen in öffentlichen Gebäuden. (Bild: jli)

Wie wichtig ein funktionierender Brandschutz ist, haben tragische Ereignisse in der Vergangenheit gezeigt. Um die Sicherheit in ihren Liegenschaften zu gewährleisten, lässt die Gemeinde Erlenbach nun zwanzig öffentliche Gebäude systematisch von einem spezialisierten externen Ingenieurbüro überprüfen. Die Arbeiten sollen Anfang April 2026 beginnen und noch vor den Sommerferien abgeschlossen sein. «Bereits heute werden unsere Liegenschaften gemäss den Vorgaben der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VFK) regelmässig überprüft», sagt Adis Merdzanovic, Gemeindeschreiber in Erlenbach. Allerdings seien die vorgeschriebenen Prüfintervalle teilweise lang. Die zusätzlichen Massnahmen sollen ein aktuelleres Bild der Situation liefern.

Besonders Schutzbedürftige

Einen konkreten Vorfall habe es in der Gemeinde bislang nicht gegeben. Die Überprüfung erfolgt daher vorsorglich. Die wenigen Beanstandungen, die bei den letzten gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen festgestellt wurden, seien bereits behoben worden. Die geplante umfassende Bestandsaufnahme soll mögliche Optimierungen aufzeigen. «Wie bei vielen älteren Gebäuden können sich über die Jahre die Art der Nutzung sowie die technischen Anforderungen verändern», erklärt Adis Merdzanovic. Als anspruchsvoll gelten insbesondere Kindergärten, Schulhäuser, Turnhallen und das Alterszentrum. Nicht nur wegen ihres Alters oder der Bauweise, sondern weil sich dort besonders schutzbedürftige Menschen aufhalten. «Gerade in diesen Gebäuden wollen wir den baulichen, technischen, organisatorischen und abwehrenden Brandschutz überprüfen», so Adis Merdzanovic. Fluchtwege, Feuerlöscher und Alarmierungsmöglichkeiten gehören bereits zu den grundlegenden Brandschutzmassnahmen. Schon heute werden die Angestellten im Umgang mit Alarmierung, Evakuation und Brandbekämpfung geschult. Bei der laufenden Überprüfung geht man jedoch noch weiter: Mängel werden systematisch erfasst, priorisiert und in einem Massnahmenplan festgehalten. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich dann womöglich Massnahmen wie automatische Brandmeldeanlagen, eine verbesserte Fluchtwegführung oder zusätzliche Schulungen für Mitarbeitende ableiten.

Objektive Sicht

Da nicht nur umfassendes Spezialwissen, sondern auch viel Erfahrung gefragt ist, lässt die Gemeinde das Brandschutzkonzept extern erarbeiten. «Uns ist es wichtig, eine unabhängige Sichtweise zu erhalten», sagt Adis Merdzanovic. Die objektive Beurteilung durch ein Ingenieurbüro soll Empfehlungen für mögliche Verbesserungen liefern. Die Kosten für die Überprüfung belaufen sich auf 148 500 Franken. Wie teuer allfällige Anpassungen werden könnten, ist derzeit noch offen. Erst nach Abschluss der Überprüfung werde ersichtlich sein, in welchem Umfang Investitionen notwendig sind. Ziel sei es, die Massnahmen zu priorisieren und entweder sofort umzusetzen oder über die kommenden Jahre einzuplanen. Auch die Feuerwehr Erlenbach ist eingebunden: Der Kommandant nahm an der Kick-Off-Sitzung mit dem Ingenieurbüro teil und brachte seine Forderungen ein.
Mit all diesen Massnahmen will die Gemeinde sicherstellen, dass ihre öffentlichen Gebäude auch künftig den aktuellen Anforderungen an den Brandschutz gerecht werden.

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