Von Dörte Welti ‒ 2. April 2026

Ein letztes Mal hat Nicole Sciaranetti letzten Samstag in der Heslihalle mit ihrem Team von Freiwilligen aus dem Familienverein Küsnacht und vielen Helferinnen und Helfern dafür gesorgt, dass die Kinderartikelbörse ein voller Erfolg wird. Die Zahlen des zwei Mal pro Jahr stattfindenden Anlasses sind eindrücklich: Rund 19 000 Artikel werden jeweils angeboten, etwa ein Drittel findet tatsächlich neue Besitzerinnen oder Besitzer. Es gibt Kleider, Schuhe, Spielzeug, Bücher, CDs, DVDs, Outdoorartikel, Autositze für Babys und Kleinkinder sowie Kinderwagen – alles gebraucht. Hier bekommen die Sachen ein zweites oder sogar drittes Leben. Weil die Veranstaltung über die Jahre aus allen Nähten zu platzen drohte, hat die Koordinatorin ein Limit gesetzt. Maximal 130 Personen dürfen ihre Sachen verkaufen, für diese Ausgabe waren die Plätze innert drei Stunden vergeben.
Wer beim Einrichten der Verkaufstische, beim Verkauf, bei der Beaufsichtigung und beim Wiederzusammenpacken und Aufräumen hilft, bekommt mehr ausbezahlt. Je mehr man hilft, desto mehr Prozente erhält man, das Maximum sind 90 Prozent des (selbst bestimmten) Verkaufspreises. 20 Prozent des Gesamtgewinns behält der Familienclub, der wiederum den grössten Teil davon lokalen Organisationen spendet, die sich für Familien und Kinder einsetzen. Die Börse ist mehr und mehr zum Magnet für Küsnachter Familien geworden. «Wir spüren eindeutig den Trend zur Nachhaltigkeit», erklärt Nicole Sciaranetti. Der Groove habe sich über die Jahre und alle Einkommensschichten hinweg in diese Richtung verändert und die Börse salonfähig gemacht. Nicole Sciaranetti berichtet leidenschaftlich, wie sich mit dem Wachstum der Veranstaltung auch die Strukturen ändern mussten, wie langsam der Computer Einzug hielt ins System und wie riesig der Aufwand ist. Jetzt gibt die 53-jährige Pflegefachfrau und ehemaliges Vorstandsmitglied des Familien-Clubs ihr Amt ab. «Meine jüngste Tochter ist 20 Jahre alt, jetzt kommt für mich die Zeit, vielleicht noch etwas Neues anzufangen.»
Eine Nachfolgerin ist bereits gefunden: Anne Tobien, Vorstandsmitglied des Familien-Clubs und Mutter zweier Kinder, wird die nächste Börse im Herbst organisieren, an dieser konnte sie leider nicht dabei sein. «Es gibt so viel zu tun, um die Börse in eine stabile Zukunft zu führen», weiss die «alte» Koordinatorin und meint damit unter anderem die Digitalisierung dort, wo jetzt noch vieles von Hand geschrieben und abgerechnet wird. Eventuell wird man Nicole Sciaranetti an der nächsten Ausgabe als Verkäuferin antreffen: In all den Jahren hat sie es tatsächlich kaum geschafft, ihre eigenen Kinderartikel an die Börse zu bringen.
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