Ein Wochenende mit Wein

Von Dominique Luethi ‒ 7. Mai 2026

Die «Offenen Weinkeller» lockten am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Auch in Küsnacht wurde bei sonnigem Wetter und guter Stimmung degustiert.

Diederik und Patricia Michel betreiben gemeinsam ihr Weingut in Küsnacht. (Bild: dpl)
Diederik und Patricia Michel betreiben gemeinsam ihr Weingut in Küsnacht. (Bild: dpl)

Ein Weinglas in der Hand, wärmende Sonnenstrahlen auf der Haut und eine Sicht über die Reben hinweg auf den Zürichsee: Solche Momente durften viele Weinfans am vergangenen Wochen­ende erleben. Vom 1. bis 3. Mai öffneten Winzerinnen und Winzer ihre Türen, um ihre edlen Tropfen vorzustellen. So auch das Küsnachter Ehepaar Diederik und ­Patricia Michel.

Unter Sonnenschirmen sassen die Gäste an den Tischen, degustierten sich durch das Sortiment und genossen dazu Fischknusperli oder eine Wurst vom Grill. Der kühle Wein in Kombination mit den warmen Temperaturen war für die Winzer ideal. «Die drei Tage waren ein voller Erfolg. Aufgrund des Wetters hatten wir dieses Jahr besonders viele Gäste», sagt Patricia Michel. Besonders am 1. Mai sei ihr Weingut stark besucht gewesen. «Da es sich bei den ‹Offenen Weinkellern› um einen offiziellen Anlass in der ganzen Deutschschweiz handelt, kamen auch viele Leute von weit her.» Natürlich waren auch bekannte Gesichter zu sehen. «Es kommen immer zahlreiche Küsnachterinnen und Küsnachter zu unseren Anlässen», so Diederik ­Michel. In Erinnerung bleiben viele spannende Gespräche mit interessierten Weinliebhaberinnen und Weinliebhabern.

Der Weinbau am Zürichsee

Das Klima am Zürichsee ist für den Weinbau ideal. Die Weinberge profitieren von den milden Temperaturen, die das Gewässer mit sich bringt. Schon die Römer erkannten diese günstigen Verhältnisse und brachten die Reben in die Region. Viele Hänge wurden bepflanzt, flachere Lagen für den Weinbau hergerichtet. Zum Vergleich: In Erlenbach gibt es 2,14 Hektaren Rebfläche, in Küsnacht sind es 4,44 Hektaren. Zollikon hingegen verfügt nur über 0,28 Hektaren. Die grösste Fläche befindet sich in Stäfa, dort beträgt die Fläche 46,88 Hektaren. In allen Gemeinden ist der Blauburgunder am stärksten vertreten, gefolgt vom Riesling-­Silvaner und dem Räuschling.

40 000 Flaschen

Das Küsnachter Weingut wird seit 2014 von Diederik und Patricia Michel geführt. Unterstützt wird das Paar von einer festangestellten Mitarbeiterin. Je nach Saison wächst das Team auf bis zu sechs Personen, während der Ernte sogar bis auf 25 Personen an. Auf den rund 4,5 Hektaren werden 16 verschiedene Rebsorten angebaut. In guten Jahren entstehen daraus bis zu 40 000 Flaschen Wein. Am vergangenen Wochenende bot sich die Gelegenheit, einige dieser Tropfen zu probieren.

Der organisatorische Aufwand sei jedes Jahr immens. Umso dankbarer seien sie für die Unterstützung von guten Freunden. «Wir müssen Personal organisieren, alles einrichten und aufstellen», erklärt ­Patricia Michel. Dazu komme die Vorbereitung des Weins. Auch die anschliessenden Aufräumarbeiten seien nicht zu unterschätzen. Doch die drei Tage lohnen sich für die Betreiber. «Einige Besucherinnen und Besucher kommen mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, können keine Flasche mitnehmen und bestellen dann später bei uns.» Anlässe dieser Art bringen neue Kundschaft. «Das entlöhnt unseren Aufwand jedes Mal zusätzlich.»

Müde, aber glücklich

Bei diesen Temperaturen gab es für viele Gäste einen Favoriten. «Der Rosé lief am besten», verrät Patricia Michel. Aber auch die Weissweine fanden grossen Anklang. Die Sonne, das gesellige Beisammensein und ein Glas Wein machten das Wochenende für viele zu einem Kurzurlaub. Für die Winzer selbst waren es wie jedes Jahr intensive Tage. «Wir sind glücklich, aber auch müde», so Patricia Michel. Besonders schätzen sie und ihr Mann den zwischenmenschlichen Austausch, oder in Diederik ­Michels Worten: «Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen zu uns kommen. Die gute Stimmung, die zufriedenen Gäste, die Unterstützung unseres Teams und die vielen Komplimente bleiben uns in bester Erinnerung.»

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