Von Dörte Welti ‒ 5. März 2026
Vor einigen Jahren beobachtete ich als Helferin bei der KinderKulturWoche in Küsnacht ein etwa zehnjähriges Mädchen. Sie hielt in einem Kreis mit den Gspänli nur das Kind zur Linken an der Hand, rechts ging nicht, denn da hielt sie ihr Handy. Ich schaute eine Weile zu, dann schlich ich mich zu dem Kind und bot ihr an, das Telefon für sie zu versorgen. Sie lehnte ab: «Meine Mami sagt, ich muss jederzeit erreichbar sein.» Und achten Sie mal darauf, wie viele Menschen auf der Strasse mit einem Handy in der Hand unterwegs sind. Und auch drauf starren. Sie tun das, wenn sie laufen, wenn sie die Strasse überqueren, wenn sie einen Kinderwagen stossen, ein Kind an der Hand führen. Was bitte wollen wir mit diesem Nutzungsverhalten der jungen Generation vermitteln? Seit wann sind wir Erwachsene nicht mehr Vorbild für unsere Jugend? Ich will Smartphones und ihre Welt nicht abschaffen, diese Büchse der Pandora können wir nicht mehr schliessen, ich brauche sie ja selbst zum Arbeiten. Aber wir können in unserem Alltag uns selbst kontrollieren und was wir für ein Bild abgeben. Ein ganzes Dorf, das sich wieder freundlich in die Augen schaut und nicht auf einen Screen glotzt. Machen Sie mit?
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