Von Dörte Welti ‒ 7. Mai 2026

Eva, du hast das Liceo Artistico in Zürich besucht, in welchem Fach hast du deine Maturitätsarbeit gemacht und warum?
Eva: In Bildnerischem Gestalten, und das war mir schon von Anfang an klar, dass es mal so sein würde. Ich male gerne, seit ich denken kann. Malen ist nicht das Einzige, was mich interessiert, aber das, was mich am stärksten beschäftigt.
Das Thema deiner Arbeit ist «Sprechen ohne Worte». Bilder sprechen doch eigentlich immer ohne Worte – was soll der Titel aussagen?
Für mich stand die Expressivität der Figuren im Vordergrund. Ich habe zum einen Porträts nach Fotovorlagen gemalt, zum anderen Porträts nach Inspiration. Ich wollte beide Verfahren einander gegenüberstellen und schauen, wo sie sich im Ausdruck unterscheiden.
Welche Maltechnik hast du benutzt?
Öl auf Papier und an einigen Partien gibt es auf den Bildern eine glänzende Lasur.
Was ist dein Plan? Wirst du an einer Kunsthochschule studieren?
Nein, eigentlich nicht unbedingt. Es ist sehr offen, was nachher passiert. Zuerst werde ich ein Jahr Pause machen und möchte reisen. Ich plane einen Trip mit Interrail quer durch Europa. Ich weiss noch nicht, was und ob ich überhaupt studieren möchte. Eine Ausbildung möchte ich schon machen. Aber es ist halt nicht so einfach zu entscheiden, was nachher funktioniert und was nicht. Ich muss vielleicht etwas ausprobieren.
Hast du künstlerische Vorbilder?
Nein, keine bestimmten. Ich gehe gerne in Kunstmuseen und schaue mir verschiedene Formen der Kunst an.
Was hältst du von künstlicher Intelligenz in der Kunst?
Ich habe das Gefühl, es könnte jetzt wieder zu einer Gegenbewegung führen, wo es wieder wichtiger wird, dass Menschen Kunst mit den Händen machen.
Was macht man als junge Maturandin mit so einer Auszeichnung für die Maturitätsarbeit?
Erst mal nicht viel, ich fühle mich geehrt. Offen ist noch, wer die fünf Besten sein werden. Es gibt jetzt eine Ausstellung bis 7. Juni in der Kantonsschule Wiedikon, live und online, da sieht man alle ausgezeichneten Maturitätsarbeiten. Und es gibt ein Publikumsvoting, wo jeder mit abstimmen kann. Am 16. Mai wird bekannt gegeben, wer die fünf Besten sind, und die bekommen dann einen Preis.
Wie beurteilst du das kulturelle Angebot für deine Generation in Küsnacht?
Damit habe ich mich nie so richtig auseinandergesetzt. Ich weiss gar nicht, was alles läuft im Dorf. Vielleicht sollten die, die etwas anbieten, mehr Werbung machen, damit man davon erfährt.
Aber du kennst die KinderKulturWoche, hast selbst dran teilgenommen. Dort waren oft bildende Künste das übergreifende Thema…
Das stimmt, und das war auch immer sehr inspirierend. Das letzte Mal habe ich den Anlass sogar als Helferin unterstützt.
Was ist das Nächste?
Ich muss heute Abend noch in die Galerie Höchhuus, dort werden für drei kurze Tage meine Arbeiten ausgestellt und die von meinem Bruder Johannes, der malt auch. Ich habe dort angefragt, ob eine Präsentation machbar ist, damit so viele Menschen wie möglich die Bilder noch vor den Sommerferien sehen können. Die Galerie konnte mir dieses Zeitfenster geben. Die Vernissage findet an diesem Freitag statt, heute (Mittwochabend) können wir anfangen, alles einzurichten.
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