Von Björn Reinfried ‒ 5. Februar 2026

Gegen Ende des Winters wandern in der Schweiz Millionen von Amphibien zur Fortpflanzung zu ihren Laichgewässern. Dieses Naturschauspiel findet auch in Küsnacht statt – genauer gesagt am Rumensee und am Schübelweiher. In der Nacht machen sich Frösche, Kröten oder Molche auf den Weg und legen von ihrem Winterquartier bis zum Gewässer zwischen mehreren hundert Metern und einigen Kilometern zurück.
Die grösste Gefahr bei dieser weiten Wanderung ist der Verkehr. Vor allem Erdkröten und Grasfrösche sind oft in grösseren Gruppen unterwegs und werden beim Überqueren der Strassen in Massen überfahren. In der Schweiz sind alle 19 einheimischen Amphibienarten gesetzlich geschützt. Aus diesem Grund schützt die Gemeinde auch den Küsnachter Bestand. In diesem Kontext sperrt sie zwischen Anfang Januar und Ende April zwei Strassenabschnitte von 18 bis 7 Uhr. Davon betroffen sind die Weinmanngasse im Bereich Schübelweiher und die Zumikerstrasse im Abschnitt Obere Bühl- bis Boglerenstrasse.
Wer sich in der Nacht an einer gesperrten Strasse mit Tausenden kleinen Tieren wiederfindet, hat zwei Möglichkeiten: umkehren oder die Tiere beobachten. Für Interessierte ein paar Fakten: Die Unterschiede zwischen Amphibien und Reptilien liegten vor allem in der Haut, der Fortpflanzung, der Entwicklung und dem Lebensraum. Während Reptilien trockene Haut haben, Eier legen, als Landtiere schlüpfen und überwiegend an warmen Orten zu finden sind, haben Amphibien feuchte Haut, legen Laich, durchlaufen eine Metamorphose und bevorzugen feuchte Orte. Eine Ausnahme bilden die Laubfrösche: Sie sonnen sich gerne an warmen Plätzen.
Nachdem die Tiere ihre Wanderung abgeschlossen, sich gepaart und gelaicht haben, finden sich im Sommer wieder vermehrt Frösche in unseren Gärten. Um diese zu schützen, sollten Treppenschächte und Kellerabgänge, aus denen sich die Tiere nicht mehr befreien können, mit einem Schneckenzaun eingezäunt oder mit einem feinmaschigen Netz abgedeckt werden. Auch auf Pestizide oder Kunstdünger sollte man verzichten – gerade chemische Insektenbekämpfungsmittel sind schädlich. Da Amphibien durchlässige Haut haben, reagieren sie besonders empfindlich auf diese Stoffe.
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