Von Björn Reinfried ‒ 5. März 2026
Zu Beginn der Saison kämpften die Spieler des SCK noch mit dem «Meister-Blues», darin sind sich Headcoach Daniel Keller, Sportchef Nico Decurtins und der Technische Kommissar Markus Bürgi einig. «Vielleicht hat man am Buffet der Meisterfeier etwas zu viel gegessen», lacht der Headcoach. Einig sind sich die drei allerdings auch in der deutlichen Steigerung während der Saison: In zehn aufeinanderfolgenden Spielen holte der SCK wertvolle Punkte. «Wir haben eine sehr gute Qualifikation gespielt», sagt Daniel Keller. In den Playoffs lief es zu Beginn sehr gut, der SCK gewann souverän. Doch es wurde von Spiel zu Spiel schwieriger. «Die Mannschaft hat defensiv sehr solide gespielt, war vorne aber etwas zu verspielt und zum Teil zu kompliziert», fasst der Coach die letzten Begegnungen gegen Dielsdorf-Niederhasli zusammen.
In der Gruppen-Playoff-Finalserie gegen den EV Dielsdorf-Niederhasli wurde es dann knapp: «Der erste Match war okay, auch wenn das Feuer nicht so brannte wie im letzten Jahr. Im zweiten Spiel haben wir sehr unglücklich verloren und im dritten Spiel konnten wir aufholen. Im Letzten Spiel hat uns das Glück gefehlt», erklärt Daniel Keller. Trotz des Ausscheidens bezeichnet er die Serie als eine der besten Leistungen der Mannschaft und hebt zugleich das starke Spiel des Gegners hervor: «Der Goalie von Dielsdorf-Niederhasli hat sensationell gespielt.»
Sportchef Nico Decurtins zieht eine positive Bilanz der Saison: «Man kann der Mannschaft kaum Vorwürfe machen. Sie hat eine gute Qualifikation gespielt und ist Zweiter geworden – das ist eine Top-Ausbeute.» Auch Markus Bürgi zeigt sich zufrieden: «Die Mannschaft hat eine schöne Steigerung gezeigt und sehr gutes Hockey gespielt.» Auch das Finalspiel sei hochklassig gewesen: «Beide Mannschaften haben sehr gut gespielt: Es gab gute Chancen, beide waren sehr stark – das Spiel war auf sehr hohem Niveau. Der EV Dielsdorf-Niederhasli hat den Sieg aber nicht gestohlen.»
Aus Küsnachter Sicht sorgten jedoch einzelne Entscheide des Unparteiischen für Diskussionen: ein aberkanntes Goal und eine Strafe drei Minuten vor Schluss – Fehlentscheide oder wenigstens fraglich. «Pech», fasst es Markus Bürgi zusammen.
Für die Führung des SCK und die Mannschaft ist trotz Niederlage im diesjährigen Final klar: «In der nächsten Saison starten wir einen neuen Angriff in Richtung Aufstieg.» Markus Bürgi erklärt: «Letztes Jahr wurden wir vom Erfolg etwas überrumpelt. Wir hatten nicht damit gerechnet, Schweizermeister zu werden. Diese Überraschung hat uns aber das Potenzial der Mannschaft deutlich gemacht. Wir möchten den Spielern eine Perspektive geben.» Dafür hat die Vereinsleitung alles Nötige in die Wege geleitet – auch finanzieller Natur – um einen allfälligen Aufstieg in die 1. Liga zu ermöglichen. Auch für Nico Decurtins ist klar, dass der Verein alle Bemühungen und Anstrengungen unternehmen will, damit der SCK aufsteigen kann: «Der Aufstieg ist das Ziel.»
Headcoach Daniel Keller betrachtet ebenfalls den Aufstieg als Ziel, sieht es aber gelassen: «Wenn wir das sportlich schaffen und die Mannschaft dahintersteht, verfolgen wir den Aufstieg. Wir möchten aber keine externen Spieler holen, nur um dieses Ziel zu erreichen.» Ausserdem sieht er den Aufstieg auch als Vorteil für den SCK im stark umkämpften Ringen um Nachwuchstalente: «Der SCK ist Teil der Lions Pyramide und gehört damit zu den GCK und ZSC Lions. Es ist für den Nachwuchs selbstverständlich attraktiv, wenn er bei uns in einer 1.-Liga-Mannschaft spielen kann. Nicht jeder schafft es in die National League, hat dann aber in Küsnacht die Chance, in der 1. Liga zu spielen.»
Abschliessend sagt der Headcoach über seine Mannschaft: «Ich bin stolz auf jeden Einzelnen und auf den Spagat zwischen Training, Privatleben und Beruf, der hier geleistet wurde. Drei Spiele pro Woche sind viel. Letztes Jahr hatten wir die Glücksgöttin wahrscheinlich auf unserer Seite, dieses Jahr weniger. Trotzdem waren wir aus meiner Sicht in allen vier Spielen die bessere Mannschaft.» Er schliesst mit einer Botschaft an die Spieler: «Nicht stehen bleiben, vorwärtsschauen, als Mannschaft zusammenbleiben. Kleine Dinge, die man verbessern kann, soll man verbessern. Vielleicht einen Ticken weniger Spektakel, dafür mehr Effizienz.»
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