Unsere Gemeinden in Zahlen

Von Björn Reinfried ‒ 26. März 2026

Das Statistische Amt des Kantons Zürich hat sein neues Portal «Zürcher Gemeinden in Zahlen» lanciert. Auf 80 interaktiven Grafiken können verschiedene Themen dargestellt und verglichen werden. Wir haben uns Küsnacht und Erlenbach genauer angeschaut.

In seiner Medienmitteilung zur Lancierung des Portals «Zürcher Gemeinden in Zahlen» kommt das Statistische Amt des Kantons Zürich schon im ersten Abschnitt zu einer interessanten Erkenntnis: Die Bevölkerung in Schlieren sei deutlich jünger als jene in Küsnacht, dafür praktizierten in Küsnacht fast anderthalbmal so viele Ärztinnen und Ärzte wie in Schlieren, obwohl Letzteres rund 5000 mehr Einwohner zähle. Einer von vielen Vergleichen, die das neue Portal ermöglicht.

Untersucht man Küsnacht und Erlenbach mithilfe der zur Verfügung stehenden Grafiken, lässt sich Interessantes über die Bevölkerung herauslesen. So schrumpften oder stagnierten beide Bevölkerungen bis zur Jahrtausendwende. Ungefähr ab dem Jahr 2000 wuchsen beide wieder an. Diese Entwicklung lässt sich auch in der Stadt Zürich beobachten, die bis ins Jahr 2000 über 100 000 Einwohner verloren hatte und erst heute wieder ähnlich viele Menschen beheimatet wie 1964. In Küsnacht und Erlenbach leben ­heute so viele Menschen wie nie zuvor.

Woher kommen die Menschen?

Obschon die Zahl der Kinder pro Frau schweizweit abnimmt, steigt die Zahl der Geburten sowohl in Küsnacht als auch in Erlenbach seit den 1980er-Jahren im Schnitt leicht an – mehr Einwohner, mehr Kinder. Die Sterbefälle pro Jahr nahmen in Erlenbach seit 1980 minim ab, während sie in Küsnacht leicht stiegen.

Der Grossteil des Bevölkerungswachstums in Küsnacht und Erlenbach ist allerdings nicht auf mehr Geburten oder weniger Sterbefälle zurückzuführen, sondern auf Zuzüge aus dem Ausland. In Küsnacht stieg die Zahl der Schweizerinnen und Schweizer seit 1996 lediglich um 663 Personen, während sich die der ausländischen Staatsangehörigen um über 2200 Personen erhöhte. Im Jahr 2025 lebten in Küsnacht 10 920 schweizerische und 4222 ausländische Staatsan­gehörige. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Erlenbach. Hier wuchs die Gesamtbevölkerung zwar in den frühen 2000er-Jahren um über 500 Menschen, ab den späten 2000er-Jahren sorgten jedoch vor allem ausländische Staatsangehörige für ein Bevölkerungswachstum. 2025 lebten in Erlenbach 4254 Schweizer Staatsbürger und 1491 ausländische.

Ausländer werden Schweizer

In Küsnacht nimmt der Prozentsatz der ausländischen Staatsangehörigen, die das Schweizer Bürgerrecht erwerben, seit 1996 zu. Im Schnitt werden heute drei Prozent aller ­ausländischen Staatsangehörigen Schweizer Bürger. Ende der 1990er-Jahre waren es noch etwa zwei ­Prozent. Damit liegt Küsnacht im Schweizer Durchschnitt. In Erlenbach lässt sich ein umgekehrter Trend beobachten: Hier sank der Prozentsatz von etwas über drei auf leicht unter drei Prozent. Allerdings schwanken die Zahlen der Einbürgerungen von Jahr zu Jahr stark. Im Schnitt liessen sich seit 1981 pro Jahr 60 Menschen in Küsnacht einbürgern, während es in Erlenbach 23 waren. Die absoluten Zahlen der Einbürgerungen steigen mit der Zahl an ausländischen Einwohnerinnen und Einwohnern, während der Prozentsatz ähnlich hoch bleibt.

Die Steuerkraft vervielfachte sich

Die Steuerkraft einer Gemeinde zeigt auf, wie hoch die Erträge aus den Gemeindesteuern bei einem Steuerfuss von 100 Prozent wären. Sie misst, wie finanzkräftig die Steuerpflichtigen in einer Gemeinde sind. In Küsnacht und Erlenbach wuchs die Steuerkraft seit 1990 stark an. In Erlenbach lag sie 1990 bei 20 Millionen Franken. Zwischen 2004 und 2010 stieg sie auf 65 Millionen Franken, zwischen 2018 bis 2024 kletterte sie gar auf über 107 Millionen Franken. Damit hat sich die Steuerkraft in Erlenbach innert 34 Jahren versechsfacht.

Für Küsnacht liest man eine ähnliche Entwicklung aus den Daten heraus. 1990 betrug die Steuerkraft noch 80 Millionen Franken, dann sprang sie Ende der 1990er-Jahren auf 157 Millionen Franken und wuchs seither munter weiter. 2024 lag sie bei über 229 Millionen ­Franken. Damit ist die Steuerkraft nicht ganz so stark angestiegen
wie jene in Erlenbach, hat sich aber innert 34 Jahren immerhin fast verdreifacht.

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