Von Dörte Welti ‒ 9. April 2026

Küsnacht hat keinen Skatepark oder Bikepark oder etwas Vergleichbares. Es gab Sommer, da standen Betonelemente und Rails in der Eishalle auf der KEK, wenn das Eis weg war, aber die Gelegenheit gibt es nicht mehr. Die Initialzündung zu einer Anlage im Dorf kam von Moritz. «Ich würde gerne mehr auf einem Parcours biken», erzählt er. «Ich fahre zwar auf den Waldwegen, dort, wo man darf, aber Jumps gibt es eben nicht.» Moritz geht gerne mittwochs in den Jugendtreff Küsnacht im Jürgehuus. Der dortige Leiter, Rainer Käser, predigt den Jugendlichen immer, sie sollten, wenn sie Ideen hätten, zu ihm kommen damit, er würde schauen, wie er helfen kann. Das wusste Moritz und fragte. Und er war nicht mehr allein, drei seiner Klassenkameraden aus der 6. Klasse im Schulhaus Dorf, Tilo, Thierry und Johann, fanden die Idee auch grossartig. Jetzt sind sie ein Team, fast schon ein Komitee.
Im Jugendtreff arbeitet auch Nina. Sie half den Jungs, ein Blatt für eine Unterschriftensammlung zu entwerfen, das vervielfältigt werden konnte. Denn der erste Schritt, zu dem Rainer Käser dem Quartett riet, war, in der Gemeinde herumzufragen, wie die Bewohnerinnen und Bewohner zu so einer Idee stünden, und Unterschriften von Befürwortern zu sammeln. Bis dato sind 341 Unterschriften zusammengekommen. Da ja niemand privat eine Anlage für Bikes, Skateboards und Scooter bauen würde, müssten die Initianten notabene den offiziellen Weg einschlagen und sich an die Gemeinde wenden. Auf Anfrage der Redaktion, wie denn grundsätzlich der offizielle Vorgang wäre, um Gehör für eine Idee zu finden, antwortete die Gemeinde, dass es darauf ankäme, worum es sich bei dem Wunsch oder Anliegen handle. Die Möglichkeiten, dies bei der Gemeinde einzubringen, seien an keine Form gebunden. Man könne das in der Sprechstunde des Gemeindepräsidenten anbringen, eine Mail an die zuständige Abteilung beziehungsweise den Vorsteher senden oder einen Brief schreiben. Nur eine Einzelinitiative unterliege Gesetzmässigkeiten.
Wie geht es jetzt weiter? Genau wissen es die vier noch nicht, sie wollen erst einmal versuchen, noch mehr Unterschriften zu sammeln. Rainer Käser wird ihnen dann helfen, den offiziellen Weg einzuschlagen. Johann, Moritz, Tilo und Thierry sind übrigens alles andere als bequeme Jugendliche, die keinen Weg unter die Räder nehmen wollen, um sich austoben zu können. Sie kennen so ziemlich jeden Pumptrack, jede Skate- und Bikeanlage in der nahen und sogar fernen Umgebung. Um ihrer Leidenschaft nachzugehen, fahren sie mit Bike, Bus oder Bahn in die Nachbardörfer oder sogar bis Sihlcity, wo es eine grosse Anlage gibt. Oder nach Bülach oder Uetikon. Und sie haben auch schon die Anlage in Erlenbach getestet. Alles schön und gut, aber der entscheidende Faktor ist Zeit. Ihr Traum ist es, nicht viel Zeit mit An- und Abfahrt zu verlieren, sondern schnell und unkompliziert zu einem Pumptrack oder Bikepark zu gelangen. Und im Dorf einen Treffpunkt für Jugendliche zu kreieren, an dem sie sich aktiv bewegen und gemeinsam mit anderen ihre Freizeit verbringe.
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