Von Dominique Luethi ‒ 2. April 2026

Der Busbetrieb im unteren Pfannenstiel wird neu organisiert. Bis Ende Jahr betreibt noch der Autobusbetrieb H. Baumgartner AG die Linien, danach übernimmt sie die Eurobus AG. Ein wichtiger Baustein ist die Busgarage in Oetwil am See. Dort sollen künftig bis zu 32 Busse Platz finden. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Übergabe. «Dazu gehören die Ertüchtigung der neuen Busgarage in Oetwil am See und die Übernahme der Räumlichkeiten an der Gustav-Mauer-Strasse in Zollikon», sagt Judith Setz, Mediensprecherin der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ).
Eine Garage, die nicht direkt im Einsatzgebiet liegt, wirkt auf den ersten Blick unpraktisch. Durch die Aufteilung des Betriebs auf zwei Standorte entstehen zusätzliche Herausforderungen für Planung und den betrieblichen Ablauf. Gemäss VBZ ist die Distanz zwischen dem Standort der Busgarage und dem Einsatzgebiet dank der guten Anbindung an die Forchautobahn jedoch kein Problem. «Das Einsatzgebiet in Zumikon, Zollikerberg, Küsnacht Allmend oder Itschnach wird innert 15 Minuten erreicht», sagt Judith Setz. In verschiedenen Gemeinden wurde nach passenden Standorten gesucht, doch diese erwiesen sich alle als zu klein, standen nicht mehr zur Verfügung oder wären erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt bereit gewesen, als dies für den Busbetrieb nötig gewesen wäre. Die Garage in Oetwil dagegen überzeugte durch ihre Grösse, Lage und rasche Verfügbarkeit. Judith Setz nennt einen weiteren Aspekt: «Mit dem Standort in Oetwil sichert sich die VBZ die notwendige Kapazität für die Umrüstung auf Elektrobusse und für Angebotserweiterungen.» Dort sind bereits vereinzelt Ladestationen verbaut, weitere sollen schrittweise folgen. Zudem bietet der Standort genügend Platz und einen Werkstattbereich. Vorerst bleiben die bekannten Dieselbusse im Einsatz; die ersten Elektrobusse sollen frühestens ab 2027 verkehren. Die Eurobus AG wird zwanzig Fahrzeuge der heutigen Betreiberin übernehmen, sodass in den kommenden Jahren ein Mischbetrieb entsteht. Langfristig ist jedoch eindeutig der Wandel zur Elektromobilität vorgesehen.
Beim Personal sind keine Veränderungen vorgesehen: Gemäss Michael Küng beabsichtigt die Eurobus AG, das bestehende Personal zu übernehmen. Für einige Chauffeure liegt das Dienstende künftig in Oetwil. «Grundsätzlich endet ein Dienst stets an dem Ort, an dem er anfängt», sagt Michael Küng, Geschäftsleiter der Eurobus AG, die an 19 Standorten in der Schweiz im öffentlichen Verkehr tätig ist. Noch ist die Einsatzplanung nicht definitiv. Michael Küng betont, dass keine Erwartungen an den Wohnort der Mitarbeitenden bestehen. Gleichzeitig wird es auch in Zukunft Dienste ab Zollikon geben.
Die Busgarage in Zollikon wird weiterhin genutzt. Dort befinden sich Tank- und Waschanlagen, zudem lassen sich dort Busse, die nicht im Einsatz sind oder nur zu Stosszeiten benötigt werden, parkieren.
Leerfahrten, also Fahrten ohne Passagiere zwischen Garage und Einsatzort, lassen sich nicht vermeiden, sollen aber laut VBZ durch eine geschickte Planung möglichst gering gehalten werden. Die Busgarage in Oetwil ist nicht als Übergang gedacht, sondern als langfristige Lösung. Für die VBZ und die Eurobus AG bedeutet dies eine Neuorganisation mit zusätzlichen logistischen Abläufen im Hintergrund. Für die Fahrgäste dürfte sich wenig verändern. Fahrplan und Linienführung bleiben vorerst gleich. Eines verändert sich aber: Der Bus, in den die Fahrgäste in Küsnacht künftig einsteigen werden, hat meistens einen längeren Weg hinter sich als bislang.
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