Von Björn Reinfried ‒ 9. April 2026
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hält für 200 Nationen Informationen und Einschätzungen zur allgemeinen Sicherheit, möglichen Risiken und nötigen Vorsichtsmassnahmen bereit. Grob lässt sich die Lage in den Ländern in drei Kategorien einteilen: sicher (mit vereinzelten unsicheren Regionen), unsicher (keine touristischen Reisen empfohlen) und gefährlich (zwingend zu meiden). In der letzten Kategorie weist das EDA oft darauf hin, dass die Schweiz in diesen Ländern keine oder keine ausreichenden diplomatischen Möglichkeiten oder Strukturen hat, um Schweizerinnen oder Schweizern zur Hilfe zu kommen.
Die Zahl der Staaten, bei denen das EDA von jeglichen Reisen oder Aufenthalten abrät, beträgt im Moment zwanzig. Zehn Prozent aller Staaten weltweit sind also aktuell nicht besuchbar. Dazu zählen die Kriegsgebiete im Nahen Osten, die in den Ukrainekrieg involvierten Staaten, aber auch Bürgerkriegsländer oder sogenannte «Failed States». Neun dieser Länder befinden sich in Zentralafrika, fünf um den Persischen Golf.
In der zweiten Kategorie – jene Staaten, bei denen das EDA von nicht dringenden Besuchen und touristischen Reisen abrät – sind sechzehn Staaten aufgelistet. Hier finden sich vor allem Länder mit aktuell grossen politischen oder gesellschaftlichen Unruhen. Neu dabei sind wegen des Irankriegs und der damit verbundenen kriegerischen Handlungen in der Region auch die Golfstaaten.
Wohin die Schweizer fliegen – wenn sie nicht am Zürichsee bleiben –, hat das Westschweizer Radio Télévision Suisse (RTS) anhand von Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) untersucht. Es listet auf, welche Flughäfen 2025 von der Schweiz aus am häufigsten angeflogen wurden. Mit deutlichem Abstand auf Platz eins ist der Flughafen Heathrow in London. Er wurde im letzten Jahr über 1,25 Millionen Mal aus der Schweiz angeflogen. Auf den darauffolgenden Rängen finden sich Amsterdam Schiphol (870 000 Flüge), Barcelona (788 000 Flüge) und Pristina im Kosovo (780 000 Flüge).
Das wichtigste Transitland für Schweizerinnen und Schweizer im vergangenen Jahr war Deutschland: Die Mehrheit aller Zwischenstopps wurden bei unseren Nachbarn eingelegt. Ausserhalb Europas machten die meisten Schweizer in Dubai Halt.
Auf dem Siegerpodest für die meisten Direktflüge aus der Schweiz: Spanien. Das Land wurde 2025 über 3,6 Millionen Mal angesteuert. Die Direktflüge aus der Schweiz nach Spanien sind in den letzten zwanzig Jahren um ganze 164 Prozent gestiegen. Auf Platz zwei liegt Grossbritannien mit 3,2 Millionen Flügen, gefolgt von Deutschland und Italien.
RTS ermittelte darüber hinaus, wie sich die Schweizer Reisetätigkeit der letzten zwanzig Jahre auf die verschiedenen Destinationen ausgewirkt haben. Spannend: Inlandflüge haben um 37 Prozent abgenommen. Starke Zunahmen verzeichnen gleich mehrere europäische Länder: Flüge aus der Schweiz nach Portugal stiegen um 507 Prozent, nach Rumänien um 626 Prozent, nach Kroatien gar um 745 Prozent. Noch mehr Schweizer Flüge landeten in den skandinavischen und baltischen Staaten: Norwegen verzeichnete einen Zuwachs von 849 Prozent, Lettland von 3949 Prozent und Litauen von 11 296 Prozent.
Auch zwei Staaten in Ex-Jugoslawien stechen heraus: In Albanien landeten 4621 Prozent mehr Schweizer Flüge und in Bosnien und Herzegowina 3541 Prozent. Die Golfstaaten wurden in den letzten zwanzig Jahren vor allem als Transitländer bei den Schweizerinnen und Schweizern beliebt: Die Vereinigten Arabischen Emirate erlebten dadurch einen Zuwachs von 717 Prozent, Katar von 823 Prozent.
Weniger Maschinen aus der Schweiz hingegen landeten 2025 in Israel (– 27 Prozent), Sri Lanka (– 54 Prozent) und Kuba (– 84 Prozent).
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